Programm
Das zweitägige Kongressprogramm setzt sich aus Keynotes (s.u.) und Parallelveranstaltungen bestehend aus Symposien, freien Vorträgen, Workshops und Posterpräsentationen zusammen. Alle Symposien, Vorträge, Workshops und Poster durchlaufen ein Reviewverfahren, bevor sie ins Programm aufgenommen werden.
Deswegen kann ein detailliertes Programm hier frühestens im Mai 2026 veröffentlicht werden.
Keynotes
Informationen zu den Hauptvorträgen werden laufend ergänzt.
![Foto-Christina-Berndt-Gerald-von-Foris[34] Kopie](https://dreilaenderkongress.at/wp-content/uploads/2026/02/Foto-Christina-Berndt-Gerald-von-Foris34-Kopie.jpeg)
Dr. Christina Berndt: „Wie ich werde, wer ich sein will“
Wie ich werde, wer ich sein will: Lange glaubten Menschen sich selbst finden und verwirklichen zu müssen. Doch heute wissen Persönlichkeitspsychologen: Das Ich ist keine feste Größe. Vielmehr wandelt sich die Persönlichkeit, auch in höherem Alter noch. In welche Richtung dieser Wandel stattfindet, hängt zum Teil einfach vom Lauf des Lebens ab – von den Menschen, denen wir begegnen, den Verletzungen, die wir erleiden oder den Schicksalsschlägen, mit denen wir umgehen müssen. Doch wir können auch gezielt beeinflussen, wie wir uns entwickeln. Selbstbewusstsein lässt sich formen und erlernen. Christina Berndt erzählt anhand aktueller Forschung über die Wege, die Menschen gehen können, um ungünstige Selbstbilder hinter sich zu lassen und die Person zu werden, die sie sein wollen.
Dr. Christina Berndt ist leitende Redakteurin im Ressort Wissen der Süddeutschen Zeitung und berichtet seit über 25 Jahren über Medizin, Psychologie und Lebenswissenschaften. Die studierte Biochemikerin wurde für ihren Wissenschaftsjournalismus vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Wächterpreis der Tagespresse für die Enthüllungen von Transplantationsskandalen und den Ehrenpreis der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) für ihre nachhaltig gute Berichterstattung zur psychischen Gesundheit. Mehrmals wurde sie unter die „Wissenschaftsjournalisten des Jahres“ gewählt, 2021 auf Platz 1.
Einer breiten Öffentlichkeit wurde sie durch ihre Auftritte in zahlreichen Fernsehtalkshows (u.a. bei Anne Will, Markus Lanz) und ihre Sachbücher bekannt. In diesen befasst sie sich z.B. mit den Themen Resilienz und Zufriedenheit, aber auch mit der Individuation – wie wir werden, wie wir sein wollen.
Foto: © Gerald von Foris
Martha Pany „Selbstmitgefühl – eine leise Kompetenz mit starker Wirkung“
Selbstmitgefühl ist sowohl in der professionellen Begleitung als auch in Recoveryprozessen von tragender Bedeutung. Es bildet eine wesentliche Basis für Lebensqualität und prägt, wie wir mit uns selbst und anderen umgehen.
Der Vortrag beleuchtet das Thema aus unterschiedlichen Erfahrungsperspektiven und lädt dazu ein, Selbstmitgefühl als erlernbare und nachhaltig wirksame Ressource zu erleben.
Martha Pany ist Ergotherapeutin, Dozentin und Coach. Ihr eigener Recovery-Weg bildet die Grundlage einer haltungsorientierten Arbeitsweise, die fachliche Kompetenz mit gelebter Erfahrung und einem wertschätzenden Blick auf Entwicklungsprozesse verbindet. Diese Perspektive vermittelt sie in ihrer Lehrtätigkeit, in Fortbildungen sowie in ihren Podcasts „Hoffnung hilft heilen“ und „Regulation first!“, in denen sie über seelische Gesundheit, Trauma, Nervensystemwissen und Recovery spricht.


Florian Lüthi: “Berufliche Identität im erweiterten Scope of Practice – Erfahrungen eines Nurse Practitioner Mental Health aus den Niederlanden”
Advanced Practice Nursing gewinnt im deutschsprachigen Raum an Bedeutung. In den Niederlanden ist die Rolle der Nurse Practitioner Mental Health gesetzlich verankert und mit klar definiertem Scope of Practice etabliert. Der Beitrag gibt praxisnahe Einblicke in Verantwortung, klinische Entscheidungsbefugnis und die Entwicklung beruflicher Identität im psychiatrischen Kontext.
Florian Lüthi (M.Sc.) ist Nurse Practitioner Mental Health bei GGZ in Geest in Amsterdam. In aufsuchenden, multiprofessionellen Behandlungsteams verbindet er pflegerische und medizinische Expertise in der ambulanten Versorgung von Menschen mit schweren und komplexen psychischen Erkrankungen. Berufspolitisch engagiert er sich als Vorsitzender des Netzwerks der Nurse Practitioners Mental Health bei V&VN.
Bildrechte: Privates Bild (Florian Lüthi)
Prof. Dr. Victoria-Fabiola Ullmer „Nurse – und zwar (selbst-) bewusst!“ Berufsstolz zwischen Akademisierung und gelebter Praxis
Der Beitrag analysiert die Akademisierung der Pflege als identitätsrelevanten Transformationsprozess. Zwischen Fremdzuschreibungen und professionsinterner Skepsis entsteht ein Spannungsfeld, das Selbstbewusstsein und Klarheit erfordert. Diskutiert wird, wie reflektierte Berufsidentität, wissenschaftliche Fundierung und Praxiserfahrung gemeinsam professionelle Stärke und Berufsstolz fördern.
Prof. Dr. rer. cur. Victoria-Fabiola Ullmer ist Professorin für erweiterte Pflegekompetenz bei langfristigem Versorgungsbedarf (Psychiatrie) im Fachbereich Gesundheit und Pflege an der Katholischen Hochschule Mainz, hat aber gleichzeitig auch eine Stabsstelle für Pflegeentwicklung in der Rheinhessen-Fachklinik Alzey (Landeskrankenhaus (AöR) in Deutschland.
Bildrechte: Katholische Hochschule Mainz
